Bandscheibenvorfall

Bei Rückenschmerzen fällt der Verdacht zunächst häufig auf den gefürchteten Bandscheibenvorfall. Dieser tritt aber glücklicherweise viel seltener auf als vermutet.

Symptome

Bandscheibenvorfall LWS
Quelle: Wikimedia.org

Beim Bandscheibenvorfall tritt ein heftiger Rückenschmerz auf, meistens in unterem Rücken oder im Bereich der Halswirbelsäule, weniger häufig im Bereich der Brustwirbel, welcher in die Extremitäten ausstrahlt. Außerdem sind ein Kribbeln und Lähmungserscheinungen in Begleitung Hinweise auf einen Bandscheibenvorfall. Ferner kann es zu Stuhl- und Harninkontinenz kommen. Dann ist dringender Handlungsbedarf! Es gibt jedoch auch Vorfälle, die ohne Symptome bleiben und zufällig nebenbei diagnostiziert wurden.

Ursache

Ortenau Klinikum Bandscheibenvorfall
Quelle: Wikimedia.org

Die Bandscheiben sitzen als Stoßdämpfer zwischen unseren Wirbelkörpern und sind höchsten Belastungen ausgesetzt. Durch Vorschädigung und Überlastung kann der Faserknorpelring einer Bandscheibe reißen, wodurch die Bandscheibe in den Wirbelkanal, wo sich das Rückenmark befindet, vordringen kann.

Die dahinterliegenden Ursachen können vielschichtig sein und schließen  genetische Schwächen, ungleichmäßige Belastung der Wirbelsäule, falsche Sitzhaltung, zu gering ausgeprägte Rückenmuskulatur sowie Übergewicht ein. Auch Schwangere haben ein erhöhtes Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, ebenso ältere Menschen.

Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Auch wenn die Degeneration der Bandscheibe durch Belastung und Alterung ein natürlicher Vorgang ist, sollten Sie bei dem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall einen Arzt aufsuchen. Die gute Nachricht: Schätzungsweise 80% der Bandscheibenvorfälle müssen nicht operiert werden, meist ist eine konservative Therapie ausreichen. Diese umfasst im akuten Stadium körperliche Schonung, Schmerztherapie, sowie lokale Wärmeanwendung, welche eine Entspannung der Muskulatur bewirkt. Von Massageanwendungen ist bei einem Bandscheibenvorfall abzuraten.

Genaueres erfahren Sie bei Ihrem Arzt. Dieser berät Sie auch über die Möglichkeit einer Operation.

Red Flags

Dringender Handlungsbedarf besteht jedoch, wenn eines der Red-Flag-Merkmale vorliegt. Diese sind unter anderem:

  • Ein Unfall in Zusammenhang mit den Rückenschmerzen
  • Osteoporose und Bagatelltrauma
  • Tumorvorerkrankung
  • Infektion
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Schmerzverstärkung in der Nacht
  • Fortschreitende Nervenausfälle
  • Nachlassende Schmerzen und Lähmung
  • Harn- und Stuhlinkontinenz